Was ist der Unternehmenswert?
Der Unternehmenswert ist eine rechnerisch hergeleitete Einschätzung des wirtschaftlichen Werts eines Unternehmens. Grundlage können unter anderem zukünftige Erträge, Cashflows, Vermögenswerte sowie marktübliche Vergleichswerte sein.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Unternehmenswert und Kaufpreis: Der Unternehmenswert liefert eine methodisch begründete Wertindikation. Der tatsächlich vereinbarte Kaufpreis entsteht dagegen in der Verhandlung zwischen Käufer und Verkäufer und kann durch Faktoren wie Nachfrage, Wettbewerb, Finanzierung und strategische Interessen beeinflusst werden.
Eine Unternehmensbewertung wird insbesondere bei Unternehmensverkäufen, Nachfolgeregelungen, Beteiligungen oder Finanzierungsentscheidungen eingesetzt.
Wie berechnet man den Unternehmenswert?
Für die Berechnung eines Unternehmenswerts gibt es kein einheitliches Verfahren, das für jeden Bewertungsanlass gleichermaßen geeignet ist. Welche Methode sinnvoll ist, hängt unter anderem von Geschäftsmodell, Unternehmensgröße, Datenlage und Bewertungszweck ab.
In der Praxis kommen insbesondere vier Verfahren zum Einsatz:
Ertragswertverfahren
Der Unternehmenswert wird aus den künftig erwarteten, nachhaltig erzielbaren Erträgen abgeleitet und auf den Bewertungsstichtag abgezinst.
Discounted-Cashflow-Verfahren (DCF)
Beim DCF-Verfahren basiert die Bewertung auf den erwarteten zukünftigen Zahlungsströmen des Unternehmens und einem risikoadäquaten Diskontierungszinssatz.
Multiplikatorverfahren
Kennzahlen wie EBIT oder EBITDA werden mit marktüblichen Multiples vergleichbarer Unternehmen oder Transaktionen multipliziert. Das Verfahren eignet sich insbesondere für eine marktnahe Wertindikation und Plausibilisierung.
Substanzwertverfahren
Hier steht der Wert der vorhandenen Vermögensgegenstände abzüglich der Verbindlichkeiten im Mittelpunkt. Das Verfahren kann insbesondere bei stark anlagegeprägten Unternehmen relevant sein.
Im nächsten Schritt werden die Verfahren mit Formeln und Beispielen näher erläutert.