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Der Unternehmensverkauf ist die strukturierte Übergabe eines Betriebs an einen Nachfolger, meist als Share Deal oder Asset Deal. Auf dieser Seite finden Sie einen klaren Fahrplan, zentrale Bewertungslogik und die wichtigsten Unterlagen für einen professionellen Verkaufsprozess.
Ein Unternehmensverkauf folgt in der Praxis einem klar strukturierten Ablauf, der je nach Unternehmensgröße, Branche und Transaktionsform variiert. Von der Vorbereitung bis zur Übergabe vergehen im Mittelstand häufig mehrere Monate, in komplexeren Fällen auch über ein Jahr.
Zu Beginn werden die persönlichen, finanziellen und zeitlichen Ziele des Inhabers festgelegt. In dieser Phase, die typischerweise wenige Wochen in Anspruch nimmt, wird entschieden, ob ein vollständiger Verkauf, ein Teilverkauf oder eine schrittweise Übergabe angestrebt wird und welche Rolle der Verkäufer nach der Transaktion einnehmen soll.
Im nächsten Schritt wird das Unternehmen aus Sicht eines potenziellen Käufers betrachtet. Über einen Zeitraum von mehreren Wochen bis wenigen Monaten werden Abhängigkeiten vom Inhaber, Kunden- oder Lieferantenkonzentrationen sowie organisatorische Schwachstellen identifiziert und, soweit möglich, behoben.
Auf Basis der bereinigten Finanzzahlen wird eine erste Unternehmensbewertung erstellt. Dieser Schritt umfasst in der Regel mehrere Wochen und dient dazu, eine realistische Kaufpreisbandbreite festzulegen, die sowohl marktüblich als auch verhandlungsfähig ist.
Parallel zur Bewertung wird entschieden, ob der Verkauf als Share Deal oder Asset Deal erfolgen soll. In dieser Phase werden rechtliche, steuerliche und wirtschaftliche Auswirkungen geprüft, was je nach Komplexität einige Wochen in Anspruch nehmen kann.
Für die Ansprache potenzieller Käufer werden ein anonymes Kurzprofil sowie detaillierte Verkaufsunterlagen erstellt. Gleichzeitig wird ein strukturierter Datenraum aufgebaut, was erfahrungsgemäß mehrere Wochen beansprucht und die Grundlage für einen reibungslosen weiteren Prozess bildet.
Anschließend beginnt die diskrete Ansprache geeigneter Käufergruppen. Diese Phase kann sich über mehrere Wochen bis Monate erstrecken, da die Auswahl qualifizierter Interessenten und erste Gespräche sorgfältig geführt werden müssen.
Interessierte Käufer geben indikative Angebote ab, auf deren Basis erste wirtschaftliche Eckpunkte verhandelt werden. Diese Phase dauert häufig einige Wochen und dient der Eingrenzung auf einen oder wenige ernsthafte Kaufinteressenten.
In der anschließenden Unternehmensprüfung analysiert der Käufer die finanziellen, rechtlichen, steuerlichen und operativen Verhältnisse. Je nach Umfang der Prüfung nimmt diese Phase meist mehrere Wochen in Anspruch und ist entscheidend für die finale Kaufpreisfindung.
Nach Abschluss der Due Diligence wird der Unternehmenskaufvertrag ausgearbeitet und verhandelt. Die Abstimmung von Kaufpreis, Garantien und Haftungsregelungen erstreckt sich in der Praxis häufig über mehrere Wochen.
Mit dem Closing erfolgt die Kaufpreiszahlung und die formale Übergabe des Unternehmens. Die anschließende Übergangs- und Einarbeitungsphase kann sich, abhängig von Vereinbarungen und Komplexität, über mehrere Wochen oder Monate erstrecken.
Hinweis:
Eine frühzeitige und strukturierte Vorbereitung reduziert Verzögerungen im Verkaufsprozess und erhöht die Planungssicherheit für alle Beteiligten.
Die Unternehmensbewertung ist die zentrale Grundlage jeder Kaufpreisverhandlung. Im Mittelstand orientiert sich der erzielbare Kaufpreis weniger an vergangenen Umsätzen als an der nachhaltig erzielbaren Ertragskraft und den zukünftigen Perspektiven des Unternehmens. Ziel ist eine realistische, nachvollziehbare Preisbandbreite, die sowohl für Verkäufer als auch für Käufer wirtschaftlich tragfähig ist.
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Geeignet für | Typische Fallstricke | |
| Ertragswertverfahren | Etablierte Unternehmen mit stabilen Erträgen | Zu optimistische Annahmen zur Zukunft | |
| Multiplikatorverfahren (EBIT/EBITDA) | Vergleichbare Unternehmen und Markttransaktionen | Unpassende Vergleichsunternehmen | |
| Discounted-Cashflow-Verfahren (DCF) | Unternehmen mit planbaren Cashflows | Hohe Abhängigkeit von Prognosen | |
| Substanzwertverfahren | Vermögensintensive Unternehmen |
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Vor der eigentlichen Bewertung müssen die historischen Finanzzahlen bereinigt werden, um die tatsächliche Ertragskraft des Unternehmens darzustellen. Käufer bewerten nicht die Vergangenheit, sondern die nachhaltig erzielbaren Ergebnisse.
Je transparenter diese Bereinigungen dokumentiert sind, desto geringer ist das Risiko späterer Kaufpreisanpassungen oder langwieriger Diskussionen in der Due Diligence.
Unternehmenswert berechnen: Eine fundierte Bewertung schafft Klarheit über die realistische Kaufpreisbandbreite und unterstützt eine sachliche Verhandlungsführung.
Die steuerliche Behandlung eines Unternehmensverkaufs hat wesentlichen Einfluss auf den Nettoerlös des Verkäufers. Welche Steuern anfallen, hängt insbesondere von der Rechtsform des Unternehmens und der gewählten Transaktionsstruktur ab. Eine frühzeitige steuerliche Einordnung ist daher ein zentraler Bestandteil der Verkaufsplanung.
Share Deal (Verkauf von Gesellschaftsanteilen)
Beim Share Deal veräußert der Verkäufer seine Anteile an der Gesellschaft. Die Besteuerung richtet sich nach der Rechtsform und der Beteiligungshöhe; bei Kapitalgesellschaften können steuerliche Begünstigungen greifen. Für Käufer besteht der Nachteil darin, dass bestehende steuerliche Risiken der Gesellschaft übernommen werden.
Asset Deal (Verkauf einzelner Vermögenswerte)
Beim Asset Deal werden einzelne Wirtschaftsgüter und gegebenenfalls Verbindlichkeiten verkauft. Der Veräußerungsgewinn wird auf Ebene des Unternehmens besteuert, was zu einer höheren Gesamtsteuerbelastung führen kann. Käufer profitieren häufig von höheren Abschreibungsmöglichkeiten auf die erworbenen Assets.
Die steuerlichen Auswirkungen werden im Mittelstand häufig unterschätzt oder zu spät berücksichtigt. Typische Punkte, die im Verkaufsprozess relevant werden, sind:
Die optimale steuerliche Struktur lässt sich nicht pauschal festlegen, sondern ergibt sich aus der individuellen Ausgangslage des Unternehmens und der Ziele des Verkäufers. Änderungen an der Struktur sind zu einem späten Zeitpunkt meist nur noch eingeschränkt möglich.
Ein professionell vorbereiteter Datenraum ist ein zentraler Erfolgsfaktor im Unternehmensverkauf. Er schafft Transparenz, beschleunigt die Due Diligence und reduziert das Risiko von Kaufpreisanpassungen oder Verzögerungen im Prozess. Je strukturierter und vollständiger die Unterlagen vorliegen, desto professioneller wird das Unternehmen von potenziellen Käufern wahrgenommen.
Die folgenden Unterlagen werden im Rahmen eines Unternehmensverkaufs typischerweise angefordert. Abweichungen ergeben sich je nach Branche, Unternehmensgröße und Transaktionsstruktur.
Nicht jeder Käufer verfolgt dieselben Ziele, und nicht jede Käufergruppe passt zu jedem Unternehmen. Die Wahl der passenden Käufergruppe beeinflusst Kaufpreis, Transaktionsstruktur, Verhandlungstiefe und die spätere Übergabe maßgeblich. Für Verkäufer ist es daher entscheidend, die unterschiedlichen Motive und Anforderungen realistisch einzuordnen.
Strategische Käufer sind meist Unternehmen aus derselben oder einer angrenzenden Branche. Sie verfolgen mit dem Erwerb Ziele wie Markterweiterung, Synergieeffekte oder den Zugang zu neuen Technologien und Kunden. Aufgrund dieses strategischen Nutzens sind sie häufig bereit, höhere Kaufpreise zu zahlen, stellen jedoch erhöhte Anforderungen an Transparenz, Integration und Zukunftsfähigkeit des Unternehmens.
Beim Management-Buy-Out übernimmt das bestehende Managementteam das Unternehmen. Vorteilhaft ist die umfassende Kenntnis der internen Abläufe und der Unternehmenskultur, was einen reibungslosen Übergang begünstigt. Die Finanzierung erfolgt jedoch häufig über Fremdkapital oder Beteiligungspartner und muss frühzeitig strukturiert werden.
Ein Management-Buy-In liegt vor, wenn externe Führungskräfte das Unternehmen übernehmen. Diese Käufer bringen häufig Erfahrung aus vergleichbaren Situationen mit und setzen neue Impulse. Gleichzeitig besteht für Verkäufer ein höherer Abstimmungs- und Übergabebedarf, da sich das neue Management erst in Strukturen und Marktumfeld einarbeiten muss.
Finanzinvestoren investieren mit dem Ziel, Unternehmen über einen begrenzten Zeitraum weiterzuentwickeln und später wieder zu veräußern. Sie legen besonderen Wert auf stabile Cashflows, Skalierbarkeit und eine leistungsfähige zweite Führungsebene. Die Kaufpreisfindung erfolgt stark kennzahlenbasiert und ist eng an Ertrags- und Wachstumsperspektiven gekoppelt.
Unternehmerfamilien und Family Offices verfolgen häufig einen langfristigen Investitionsansatz. Neben der wirtschaftlichen Entwicklung spielen Kontinuität, Unternehmenskultur und nachhaltige Ausrichtung eine wichtige Rolle. Diese Käufergruppe ist besonders dann attraktiv, wenn der Erhalt des Unternehmens als Einheit im Vordergrund steht.
Existenzgründer oder Einzelunternehmer nutzen den Unternehmenskauf häufig als Einstieg in die Selbstständigkeit. Sie sind in der Regel stärker auf Fremdfinanzierung angewiesen und benötigen eine besonders transparente Darstellung der wirtschaftlichen Lage. Übergangs- und Einarbeitungsphasen sind bei dieser Käufergruppe von zentraler Bedeutung.
Welche Käufergruppe am besten geeignet ist, hängt von den Zielen des Verkäufers, der Unternehmensstruktur und den zukünftigen Entwicklungsperspektiven ab. Eine gezielte Ansprache erhöht nicht nur die Erfolgsaussichten der Transaktion, sondern beeinflusst auch Kaufpreis, Vertragsgestaltung und Übergabephase.
Käufer für Unternehmen finden: Eine strukturierte Käuferansprache erleichtert die Auswahl geeigneter Interessenten und erhöht die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Transaktion.
Der Unternehmenskaufvertrag regelt die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Transaktion. Neben dem Kaufpreis stehen insbesondere Garantien, Haftungsregelungen und Freistellungen im Fokus der Verhandlungen. Ziel ist eine ausgewogene Risikoverteilung zwischen Käufer und Verkäufer.
Garantien sind vertragliche Zusicherungen des Verkäufers zur wirtschaftlichen, rechtlichen und steuerlichen Situation des Unternehmens. Sie dienen dem Käufer dazu, bekannte und unbekannte Risiken abzusichern.
Freistellungen regeln die Haftung für klar definierte Risiken, die bereits vor Vertragsabschluss bekannt sind, etwa laufende Rechtsstreitigkeiten oder steuerliche Sachverhalte. In diesen Fällen übernimmt der Verkäufer das Risiko unabhängig von allgemeinen Haftungsgrenzen.
Um die Haftung kalkulierbar zu machen, werden im Unternehmenskaufvertrag verschiedene Begrenzungen vereinbart:
Diese Mechanismen dienen der Strukturierung von Risiken und sind marktüblich, insbesondere im Mittelstand.
Neben dem fixen Kaufpreis kommen häufig variable Komponenten zum Einsatz. Dazu zählen unter anderem Earn-out-Regelungen, bei denen ein Teil des Kaufpreises an die zukünftige Entwicklung des Unternehmens gekoppelt ist. Ergänzend werden Sicherungsinstrumente wie Kaufpreiseinbehalte oder Garantiekonten vereinbart, um Haftungsansprüche abzusichern.
Der Umfang von Garantien und Haftungsregelungen hängt maßgeblich von der Verhandlungsposition, der Transparenz der Unterlagen und der Struktur der Transaktion ab. Eine sorgfältige Vorbereitung reduziert nicht nur das Haftungsrisiko, sondern beschleunigt auch die Vertragsverhandlungen.
Ein Unternehmensverkauf im Mittelstand dauert in der Regel zwischen sechs und zwölf Monaten. Der Zeitraum hängt von der Vorbereitung, der Komplexität des Unternehmens, der Käuferansprache und der Dauer der Due Diligence ab. Eine frühzeitige Strukturierung kann den Prozess deutlich verkürzen.
Der Kaufpreis wird auf Basis der nachhaltig erzielbaren Ertragskraft ermittelt. Im Mittelstand kommen vor allem Ertragswert- und Multiplikatorverfahren auf Basis von EBIT oder EBITDA zum Einsatz. Entscheidender als historische Umsätze sind stabile Cashflows und Zukunftsperspektiven.
Die steuerliche Belastung hängt von der Rechtsform des Unternehmens und der Transaktionsstruktur ab. Beim Share Deal können steuerliche Begünstigungen greifen, während beim Asset Deal häufig eine höhere Steuerlast entsteht. Eine frühzeitige steuerliche Planung ist daher unerlässlich.
Typischerweise werden Jahresabschlüsse, betriebswirtschaftliche Auswertungen, Verträge, Mitarbeiterübersichten sowie Informationen zu Kunden, Lieferanten und Schutzrechten benötigt. Ein strukturierter Datenraum beschleunigt die Due Diligence und reduziert Rückfragen potenzieller Käufer.
Beim Share Deal werden Gesellschaftsanteile verkauft, beim Asset Deal einzelne Vermögenswerte. Der Share Deal ist rechtlich einfacher, birgt für Käufer jedoch höhere Haftungsrisiken. Der Asset Deal erlaubt eine gezielte Auswahl von Assets, ist steuerlich jedoch oft komplexer.
Der Unternehmenskaufvertrag regelt unter anderem Garantien, Freistellungen, Haftungsgrenzen sowie Kaufpreisanpassungen. Ziel ist eine ausgewogene Risikoverteilung zwischen Käufer und Verkäufer auf Basis der identifizierten Risiken.
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