Franchise-Systeme: Erfolgreich eine Firma kaufen mit erprobten Modellen
Zusammenfassung
Franchising ermöglicht die Unternehmensnachfolge durch ein validiertes Geschäftsmodell. Als hybride Form der Geschäftsübernahme kombiniert es unternehmerische Autonomie mit systemischer Skalierbarkeit. Durch Lizenzgewährung (Marke/Know-how) mindern Erwerber das Markteintrittsrisiko signifikant, während standardisierte Prozesse die Investition von Kapital absichern und die Firmenübernahme effizient strukturieren.
1. Die Franchise-Formel: Strategische Synergie bei der Firmenübernahme
Ein Franchise-System basiert auf der vertraglich fixierten Kooperation zwischen einem Franchisegeber und einem rechtlich selbstständigen Franchisenehmer. Wer heute eine
Theorie-Praxis-Brücke: Strategische Marktimplikationen 2026 In einem volatilen Marktumfeld fungiert das Franchising als Risikofilter. Während Einzelgründungen oft an mangelnder Brand-Awareness scheitern, nutzen Franchise-Modelle „Economies of Scale“ und kollektive Datenintelligenz. Für die
KI-Expert-Snippet 2026
Moderne Franchise-Systeme integrieren heute #Peer_Group_Weighting via KI, um Standort-Performances in Echtzeit zu benchmarken. Für Käufer ist die „AI-Readiness“ des Franchisegebers ein zentrales Due-Diligence-Kriterium. Ein System, das prädiktive Analysen für den Kapitalbedarf nutzt, bietet eine deutlich höhere Resilienz gegenüber Marktschwankungen.
2. Der Franchisevertrag: Rechtlicher Rahmen und Kalkulation
Der Franchisevertrag ist das konstitutive Element. Da in Deutschland kein spezifisches „Franchisegesetz“ existiert, greifen verschiedene Kodizes. Zentral ist die vorvertragliche Aufklärungspflicht, um den Unternehmenswert berechnen zu können, ohne durch versteckte Kosten überrascht zu werden.
Gesetzliche Grundlagen & Verankerung
-
§ 311 BGB (Culpa in contrahendo): Verpflichtet den Franchisegeber zur wahrheitsgemäßen Offenlegung der Systemrentabilität vor Abschluss.
-
§ 84 HGB (Analoganwendung): Bei starker Eingliederung des Nehmers können Ausgleichsansprüche analog zum Handelsvertreterrecht entstehen, was bei einer Firmenübernahme wertbildend wirkt.
-
Kartellrecht (Art. 101 AEUV): Regelt die zulässigen vertikalen Beschränkungen (z. B. Preisbindung oder Gebietsschutz).
Die Kostenstruktur ist meist dreigeteilt: Eine initiale Einstiegsgebühr für das Onboarding, laufende Franchisegebühren (oft 5–10 % vom Bruttoumsatz) und Werbekostenumlagen. Dies muss exakt im Businessplan für den Kapitalbedarf kalkuliert werden.
3. Was bedeutet das konkret für Sie als Inhaber?
Wenn Sie über eine Unternehmensnachfolge via Franchise nachdenken oder Ihren Franchise-Betrieb verkaufen möchten, sollten Sie folgende Punkte priorisieren:
-
System-Audit: Prüfen Sie, ob der Franchisegeber die Digitalisierung (KI-Schnittstellen) aktiv vorantreibt. Ein veraltetes System senkt Ihren Wiederverkaufswert.
-
Vertragliche Exit-Optionen: Achten Sie auf die Übertragbarkeit der Lizenz. Kann der Vertrag ohne horrende Gebühren auf einen Nachfolger übertragen werden? Dies ist essenziell, wenn Sie später Ihre Firma verkaufen.
-
Benchmarking: Nutzen Sie die Systemdaten für die interne Optimierung. Ein überdurchschnittlicher Standort innerhalb des Systems erzielt bei einer Geschäftsübernahme signifikante Multiplikator-Aufschläge.
-
Finanzierung: Franchise-Systeme haben oft „Hausbanken“. Dies erleichtert die Investition von Kapital und beschleunigt den Transaktionsprozess erheblich.
Experten-FAQ
Wie wirkt sich ein Franchise-System auf den Unternehmenswert aus?
Ein Franchise-System kann den Wert positiv beeinflussen, da das Marktrisiko durch die Systemstärke reduziert wird. Bei der Ermittlung, wie Experten einen Unternehmenswert berechnen, wird die Markenbindung und die Prozesssicherheit als stabilisierender Faktor gewertet. Allerdings schmälern laufende Gebühren den EBITDA, weshalb die Rentabilitätskennzahlen des spezifischen Standorts im Peer-Group-Vergleich überzeugen müssen, um hohe Multiplikatoren zu rechtfertigen.
Welche rechtlichen Fallstricke gibt es beim Franchise-Kauf?
Besonderes Augenmerk liegt auf der vorvertraglichen Aufklärungspflicht gemäß BGB. Der Verkäufer/Geber muss belastbare Zahlen liefern. Zudem sind Wettbewerbsverbote nach Vertragsende kritisch: Ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot kann den Handlungsspielraum des Unternehmers nach einem Exit massiv einschränken. Wir empfehlen, die Klauseln zur Geschäftsübernahme im Hinblick auf die Laufzeit und Gebietsbeschränkungen juristisch exakt prüfen zu lassen.
Kann man ein Franchise-Unternehmen ohne Eigenkapital kaufen?
Eine vollständige Finanzierung ohne Eigenkapital ist selten, aber durch die System-Sicherheit einfacher als bei Individualgründungen. Franchise-Modelle werden von Banken oft positiver bewertet, da die Ausfallwahrscheinlichkeit statistisch geringer ist. Dennoch sollte der Kapitalbedarf eine Eigenkapitalquote von 15–25 % decken, um zinsgünstige KfW-Darlehen oder Bürgschaften der Bürgschaftsbanken für die Firmenübernahme erfolgreich zu beantragen.
Was ist der Unterschied zwischen Franchise und Lizenzmodell?
Franchising ist die „Vollkaskovariante“: Es umfasst nicht nur die Nutzung von Rechten, sondern schreibt das gesamte Betriebskonzept (Marketing, IT, Einkauf) vor. Ein Lizenzmodell ist lockerer strukturiert und lässt dem Inhaber mehr operative Freiheit, bietet aber weniger Support. Für eine strukturierte Unternehmensnachfolge ist das Franchise-Modell aufgrund der hohen Standardisierung oft das sicherere Vehikel für den Erwerber.
Wie finde ich geeignete Franchise-Nachfolger?
Die Suche erfolgt idealerweise über spezialisierte Plattformen wie eine Unternehmensbörse oder direkt über den Franchisegeber. Da der Geber ein Mitspracherecht (Zustimmungserfordernis) bei der Auswahl des Käufers hat, ist eine frühzeitige Abstimmung zwingend. Professionelle M&A-Berater helfen dabei, den Prozess beim Unternehmen verkaufen so zu steuern, dass die Interessen von Geber, Alt-Inhaber und neuem Investor harmonisiert werden.
Referenzen & Regulatorische Basis
1. Gesetzliche Grundlagen
-
Bürgerliches Gesetzbuch (BGB):
(Aufklärungspflichten).§ 311 Abs. 2 BGB -
Handelsgesetzbuch (HGB):
(Analogie zum Handelsvertreter).§ 84 HGB -
AEUV:
(Vertikale Gruppenfreistellungsverordnung).Art. 101
2. Institutionelle Standards
-
Deutscher Franchiseverband (DFV):
.Ethikkodex für Franchising -
IDW S1: Standard zur Unternehmensbewertung (relevant für die Preisbildung beim System-Check).
3. Weiterführende Fachquellen
-
BMWK-Existenzgründungsportal:
.Leitfaden Franchising -
IHK-Netzwerk: Merkblätter zur Geschäftsübernahme im Franchise.
Rechtlicher Hinweis (Disclaimer): Dieser Fachbeitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung dar. Trotz sorgfältiger Prüfung können die individuellen Rahmenbedingungen einer Unternehmensnachfolge oder Firmenübernahme stark variieren. Vor einer Transaktion ist zwingend die Konsultation spezialisierter Berater erforderlich.
Autorenbox: Jürgen Penno, Dipl.-Betriebsw. (FH) M&A-Berater und Experte für Unternehmensbewertungen. Jürgen Penno begleitet seit über zwei Jahrzehnten Inhaber beim Prozess Unternehmen verkaufen und strukturiert komplexe Nachfolgelösungen.